Die site-spezifische Installation Running Light enstand im Rahmen des Festivals der Regionen 2017 und bespielt das Wahrzeichen der Stadt Marchtrenk, den Wasserturm. Der 27 Meter hohe Bau aus der Zeit des ersten Weltkrieges, dessen Form durch einen breiten, zylinderartigen Wasserbehälter am oberen Teil des Turmes geprägt ist, überragt die ihn umgebenden Wohnsiedlungen und ist als monumental erscheinende Konstruktion von weitem sichtbar. An diese Sichtbarkeit aus der Ferne, die Türme jeglicher Art auszeichnet und somit eine Orientierung nach Sicht ermöglicht, schließt „Running Light“ an. In Anspielung auf die aktuelle Flüchtlingskrise, die Europa vor vielerlei Herausforderungen stellt, soll die Arbeit auf den Weg verweisen, den Menschen auf sich nehmen, um nach Europa zu gelangen. Dieser Weg führte und führt viele der hierzulande Schutz Suchenden über das Meer. In Analogie zu Leuchtsignalen auf See wurde im Zuge des Festivals der Wasserturm in ein Rundumlicht verwandelt, indem sich ein Lichtsignal permanent um die Achse des Turmes bewegt: Der Aufbau des Turmes – jenem von Positionslichtern nicht unähnlich – dient dabei als Fundament und Basis für die Konstruktion der Installation. Entgegen seiner ursprünglichen Funktion als Wasserspeicher wird der Turm in einen visuellen Signalkörper verwandelt. Er zeigt somit sowohl den eigenen als auch den Standpunkt des anderen auf und verweist als abstrahierte Lichtskulptur auf Bewegung und Flucht sowie damit einhergehende Formen der Navigation und Orientierung.

Technische Assistenz: Gregor Göttfert

>>
DE / EN